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GESCHICHTE |
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Vermutlich 819 wurde eine karolingische Basilika als Kirche eines adeligen Frauenstifts erbaut,
das zur Keimzelle des Ortes wurde. Heute steht an diesem Platz die Stiftskirche.
1324 fiel Herdecke aus Kölnischem Besitz an die Grafschaft Mark.
Als neuer Landesherr übernahm der Graf von der Stiftsäbtissin die Gerichtsbarkeit und errichtete
am Stift einen Pranger, der bis 1700 existierte.
1355 bekam das dorp herricke von Graf Engelbert III. von der Mark die Marktrechte verliehen.
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich auf Grund der verkehrlich günstigen Lage am Ruhrübergang
und am Schnittpunkt der großen Handelstraßen zwischen Köln und Weserraum sowie Siegerland und Münsterland
der regional bedeutsame Herdecker Kornmarkt, der bis Ende des 19. Jahrhunderts bestand.
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Bachviertel am Herdecker Bach |
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1594 erlosch die Veme- und Freigerichtsbarkeit im Ort.
1615 wurde die Ortschaft zur Freiheit erhoben und 1739 verlieh Friedrich Wilhelm I. Herdecke die Stadtrechte.
Im Winter 1624/1625 diente die junge Freiheit Herdecke einer Garnison "hispanischer Kriegsleute" als Quartier und Lager.
Die 4. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon notierte 1888:
"Herdecke, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg,
Kreis Hagen, 104 m ü.M., an der hier schiffbaren Ruhr und den Linien Hagen-Witten, H.-Dahlhausen und Schwelm-Dortmund
der Preußischen Staatsbahn, hat eine alte evangelische und eine kath. Kirche, große Sandsteinbrüche, Fabriken für Tuch,
Tabak, Leder, Papier und Eisenwaren, Färberei, Bierbrauerei und (1885) 4124 meist evang. Einwohner.
Über der Stadt liegt der Kaisberg mit einem Turm zur Erinnerung an den Freiherrn vom Stein;
entfernter die Trümmer der Hohensyburg;
der neue Aussichtsturm daselbst wurde dem Oberpräsidenten v. Vincke zu Ehren errichtet.
Unterhalb H. liegt der Sonnenstein, ein 200 m hohes Plateau, auf welchem alljährlich im Juni der
Rheinisch-Westfälische Turngauverband das bekannte Sonnensteinfest feiert.
H. gegenüber liegt die Gemeinde Vorhalle mit Eisen- und Messingwarenfabrik."
1939 wurde Ende eingemeindet.
Im Zweiten Weltkrieg übernahm die Stadt die Patenschaft über das U-Boot U 751.
Bevölkerungsentwicklung
Herdecke entwickelte sich im Laufe von nur zwei Jahrhunderten zwischen 1739 und 1939 von einem
bäuerlich geprägten mittelalterlichen Marktort zu einer florierenden Kleinstadt.
Die Bevölkerungzahl stieg in dieser Zeit fast auf das Achtfache.
Seit der Eingemeindung von Ende 1939 verzeichnete die Stadt bis 1993 erneut eine enorme Zunahme
der Bevölkerung um 147,25 %.
Dieses Wachstum ist insbesondere der günstigen Ruhrgebiets-Randlage (Stichwort: Wohnen im Grünen)
sowie seit der Diskussion um die Gemeindereform 1975 dem Wunsch geschuldet, durch über 25.000 Einwohner
den städtischen Status zu behalten.
In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts erreichte die Einwohnerzahl mit rund 26.500 ihren Höhepunkt.
Nach einem leichten Rückgang stagniert sie seit der Jahrtausendwende weitgehend bei etwa 25.800.
Im Zuge der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung ist aber mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.
Auf Grund der städtischen Siedlungsplanung und der damit verbundenen Bevölkerungsentwicklung gehört
Herdecke zu den Spitzenreitern bei der Flächenversiegelung im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg,
mehr als ein Drittel der Stadtfläche ist überbaut und es sind fast 300 m² Boden/Person versiegelt.
Wappen
Auf dem Herdecker Wappen ist eine silberne, auf einem Hügel stehende Eiche mit goldgelben Früchten
auf rotem Schild abgebildet. Die örtlich so genannte Herta-Eiche ist schon lange das Zeichen
der Stadt, schon ein Stadtsiegel von 1784 zeigt einen Baum.
Seit der Wappenverleihung 1902 durch das preußische Heroldsamt ist das offizielle Stadtwappen mit
einer dreitürmigen Mauerkrone als Oberwappen versehen.
Städtepartnerschaften
Es besteht eine Städtepartnerschaft mit Blankenburg (Harz).
Die Partnerstadt ist jedes Jahr auf der Herdecker Maiwoche vertreten, wo neben typischen Speisen und
Getränken aus dem Harz auch touristische Angebote vorgestellt werden.
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